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D'Wett

Im Januar 2001 hat nach langen Vorbereitungen erstmals eine Wette mit der luxemburgischen Regierung und europaweit eine Wette mit der EU-Kommissarin Wallström begonnen:
 -In Luxembourg: SchülerInnen aus 6 Schulen haben mit Premierminister Juncker und Staatssekretär Berger gewettet, dass sie in mindestens 4 Schulen 8% CO2 in 8 Monaten, statt den 8 Jahren einsparen. Leider haben die SchülerInnen in Luxemburg die Wette verloren
-In Europa: SchülerInnen aus 88 Schulen in mehr als 8 europäischen Länder haben es geschafft mindestens 8% CO2 in 8 Monaten einzusparen anstatt den 8 Jahren welche die EU-Politiker dafür eingeplant hatten.

Fazit wäre also, dass das Klima verloren hat, die Politik kriegt es nicht hin und wie es scheint die SchülerInnen auch nicht.
Der Schein kann aber teilweise trügen: Die europäische Wette wurde von den
SchülerInnen gewonnen und auch in Luxemburg hat die Privatschule Fieldgen das gesetzte Ziel erreicht. Zusammen haben so alle WetteschülerInnen in ganz Europa ihren Teil dazu beigetragen. Während einem Jahr haben sich in 8 Schulen Luxemburgs SchülerInnen für unser Klima eingesetzt und ein bisher selten dagewesenes Engagement gezeigt. Sie haben gezeigt, dass Jugendliche bei weitem nicht nur an ihr Handy denken sondern sich auch für eine nachhaltige Zukunft engagieren können und wollen. Das Resultat zeigt aber auch, dass es nicht einfach ist, verkrustete Strukturen und die mangelnde „Tradition“ von aktivem Handeln in den Schulen es den SchülerInnen schwer macht.
Ein Beispiel: Das Wettteam aus dem Lycée Robert Schuman engagiert sich monatelang um Mülltrennung einzuführen: die einfache, billige und nur von ihnen ausgehende Initiative; gute Kartonkisten für den Papiermüll zu sammeln; scheiterte an Sicherheitsbestimmungen wegen Feuergefahr. Was bleibt ist die teuere Variante, nämlich der Kauf von Mülleimern aus Blech – die können die SchülerInnen jedoch nicht finanzieren. Also muss die Direktorin, welche das Wettteam glücklicherweise positiv unterstützte, Mülleimer beim Bautenministerium anfragen. Wegen solch unflexiblen Prozeduren stehen die Wertstoffeimer erst im Schuljahr nach der Wette zur Verfügung. Das Resultat ist, dass während der Wette in diesem Bereich keine Einsparungen erzielen konnte und deswegen grösstenteils demotiviert ist. Frau Grein, Erzieherin im Lycée Robert Schuman zieht unter anderem deswegen wohl eine treffende Schlussfolgerung: „Vor der Wette hätte ich nicht gedacht, dass es so schwer für SchülerInnen sei, etwas zu verändern.“
Laut Elisabeth, einer Wettschülerin aus dem Fieldgen ist ein anderer wichtiger Einflussfaktor die Unterstützung der LehrerInnen: „Im Fieldgen haben die LehrerInnen uns sehr unterstützt und motiviert. Ich fürchte, dass dies nicht so stark in den anderen Schulen der Fall war und dies die Wette teilweise gebremst hat.“
Die  europäische Dimension, der Austausch, die Planungs- und Aktionstreffen, aber auch die ganze Organisation die dahinterstand, waren wertvolle Lern- und Motivationserfahrungen.